Alles zu wissen für Berufsunfähigkeitsversicherung.

Der Rücken schmerzt – langes Sitzen ist einfach nicht mehr möglich. Körperliche Arbeit? Unmöglich. Mehrere Bandscheibenvorfälle haben dafür gesorgt, dass der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Dabei handelt es sich um kein unrealistisches Szenario – folgt man den Zahlen der Deutschen Rentenversicherung, so bezieht jeder fünfte Deutsche eine Erwerbsminderungsrente. Wird der Berufstätige berufsunfähig und bezieht in weiterer Folge kein Einkommen mehr, dann sind finanzielle Probleme vorprogrammiert. Die Erwerbsminderungsrente, die eine staatliche Absicherung darstellt, ist knapp bemessen. Zudem müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden, damit der Berufsunfähige auch eine Erwerbsminderungsrente bekommt. Da man vor Krankheiten nicht gefeit ist, sollte vorgesorgt werden – etwa mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Versicherung im Detail

Der Versicherte kann seinen letzten Beruf nicht mehr ausüben, da es ihm gesundheitlich nicht möglich ist? Nun springt die Versicherung ein, die in weiterer Folge eine monatliche Rente ausbezahlt. Diese Regelung ist in § 172 Abs. 2 VVG geregelt. Es spielt somit keine Rolle, ob der Versicherte etwa einen anderen Beruf ausüben könnte. Auch die Ursache, warum der Versicherte berufsunfähig geworden ist, spielt keine Bedeutung. Zu beachten ist, dass die Berufsunfähigkeit nicht absichtlich herbeigeführt werden darf. Leistungen werden dann zugesprochen, wenn die Versicherung feststellt, dass der Versicherte zu 50 Prozent berufsunfähig ist. Für den Nachweis sind natürlich die Unterlagen vorzulegen; will der Versicherte die Leistungen in Anspruch nehmen, sollte er Arztberichte vorweisen können, die die Berufsunfähigkeit bestätigen. In weiterer Folge wird die monatliche Rente ausbezahlt. Das Einkommen, das vor der Berufsunfähigkeit erzielt wurde, hat keinen Einfluss auf die Höhe der Leistungen. Zu beachten ist, dass es zwei unterschiedliche Arten einer Berufsunfähigkeit gibt – einerseits gibt es eine befristete, andererseits eine unbefristete Berufsunfähigkeit. Hat der Versicherte einen Unfall erlitten, wobei davon ausgegangen werden kann, dass sich der Zustand verbessert und er seinen letzten Beruf wieder ausüben kann, so werden die Zahlungen bis zum Zeitpunkt seines neuerlichen Berufseintritts geleistet.

Wer profitiert von einer derartigen Vorsorgeversicherung?

Erwerbstätige, die von ihrem Einkommen abhängig sind, Selbständige und Berufsanfänger, die noch günstige Verträge abschließen können, sollten sich für eine derartige Versicherung entscheiden. Ob Bauarbeiter oder Sachbearbeiter – es gibt zahlreiche Krankheiten, die am Ende für ein vorzeitiges Berufsende sorgen können. Für Beamte ist die diese Versicherungsvariante nur bedingt sinnvoll. Sie erhalten nämlich ein Ruhegehalt, das deutlich höher als die Erwerbsminderungsrente ist. Sind die berechneten Lebenshaltungskosten aber höher als das Ruhegehalt, so könnte der Beamte eine zusätzliche Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen. Einen Anspruch auf Ruhegehalt gibt es erst nach fünf Jahren.

Der Vergleich lohnt sich

Es ist gibt zahlreiche Anbieter, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung anbieten. Wer sich für eine derartige Versicherung entscheidet, sollte aber im Vorfeld einen Vergleich durchführen. Dabei spielen aber nicht nur die monatlichen Prämien eine Rolle – man sollte auch die unterschiedlichen Leistungen berücksichtigen. Es gibt einige Versicherungsgesellschaften, die zwar scheinbar günstige Verträge anbieten, jedoch in Wahrheit nur leistungsangepasste Angebote präsentieren. Die günstigen Prämien resultieren nämlich nur deshalb, weil viele Leistungen nur teilweise oder gar nicht angeboten werden. Im Internet finden sich einige Vergleichsplattformen – hier können Interessierte einen kostenlosen Versicherungsvergleich durchführen lassen.

Das Fazit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sorgt – verglichen mit den möglichen Alternativen (Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Multi-Risk-Versicherung, Dread-Disease-Versicherung oder Grundfähigkeitsversicherung) – für den besten Schutz. Es spielt nämlich keine Rolle, warum der Versicherte seinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann und ob andere Tätigkeiten noch möglich wären. Entscheidet sich der Versicherte nur für eine Dread-Disease- oder gewöhnliche Unfallversicherung, so sind immer die eingetretenen Ereignisse von Bedeutung und nicht der Zustand, in dem sich der Versicherte befindet. Ob die Versicherung jedoch alleine ausreicht oder ob mitunter auch weitere Versicherungen, wie etwa eine Unfallversicherung, erforderlich sind, muss jeder Mensch für sich selbst beantworten.

 Nach oben

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.